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Tipps für den Umgang mit der Polizei im Fall einer Anzeige

Zeitnahe Anzeige

Zeitnah bedeutet in diesem Fall, eine Anzeige innerhalb einer Woche aufzugeben, z.B. auch direkt nach der Tat. Entscheidest du dich, direkt zur Polizei zu gehen, um Anzeige zu erstatten, und wird dabei deutlich, dass ein Verdacht auf eine Verabreichung von K.O.-Tropfen besteht, ist es auch möglich, von der Polizei ins Krankenhaus oder in die Notaufnahme gebracht zu werden. Auch hier ist die kurze Nachweisbarkeit der Substanzen im Urin und Blut zu beachten.

Eine Anzeige wegen Vergewaltigung, sexueller Nötigung oder sexuellem Übergriff (§177 StGB) kann nicht zurückgenommen werden, da es sich hierbei um ein Offizialdelikt handelt (d.h. sobald die Strafverfolgungsbehörde von einer Straftat gegen die sexuelle Selbstbestimmung erfährt, muss sie dagegen ermitteln).

Direktes Kontaktieren der Polizei kann entweder durch einen Anruf der 110 geschehen oder indem du zur nächsten Polizeistation gehst. Ansonsten ist es möglich, die Kriminalpolizei Marburg unter 06421 / 406 – 0 anzurufen (Adresse: Raiffeisenstraße 1, 35043 Marburg, Stadtteil Cappel). Leider ist diese Nummer nur Montag bis Freitag von 07.30 – 16.00 Uhr besetzt. Rund um die Uhr kannst du jedoch den Kriminaldauerdienst unter 06421 / 406 – 342 erreichen. Sexualdelikte fallen unter das Kommissariat 10. Es kann hilfreich sein, dies bei deinem Anruf dazuzusagen, damit du direkt an die richtige Stelle weitergeleitet wirst.

Du kannst alleine zur Polizei gehen und Anzeige erstatten, oder aber du lässt dich von einer Vertrauensperson begleiten. Für eine erste Anzeige benötigst du keine anwaltliche Unterstützung. Dennoch ist es ratsam, nach einer Anzeige mit einer Anwältin oder einem Anwalt in Kontakt zu treten, um über weitere Schritte wie z.B. ein mögliches Nebenklageverfahren zu sprechen.

Gut, zu beachten:

Lass dir nach der Anzeige eine Bestätigung bzw. das Protokoll zur Anzeige aushändigen. Wichtig ist dabei vor allem, dass du dadurch das Aktenzeichen kennst. Es kann sich als hilfreich erweisen, ein detailliertes Gedächtnisprotokoll über den Tathergang zu erstellen. Es kann dir zu späteren Zeitpunkten der Vernehmung als Erinnerungshilfe dienen. Für ein solches Protokoll kannst du dir ausreichend Zeit (auch z.B. mehrere Tage) nehmen und Pausen nach Bedarf einlegen.

In Bezug auf das Ermittlungsverfahren selbst kann später wichtig sein: Auch wenn K.O.-Tropfen im Körper nicht mehr nachgewiesen werden konnten (weil zwischen Verabreichung und Untersuchung bereits 6 bis 12 Stunden vergangen waren), sind die Substanzen häufig an den Verabreichungsorten auffindbar. Die Polizei darauf hinzuweisen, in Wohnungen oder Clubs nachzuschauen, kann dabei sehr wichtig sein.

Weitere Hinweise zu deinen Rechten:

Die Vernehmung muss nicht direkt nach Anzeige erfolgen.

Eine Person deines Vertrauens oder ein_e Anwält_in darf bei der Vernehmung mit dabei sein.

Du kannst den Wunsch äußern, lieber von einer Frau vernommen zu werden. Die Polizei muss versuchen, das umzusetzen.

Die Vernehmung kann immer unterbrochen oder abgebrochen werden, wenn sie z.B. zu unangenehm wird. Deine Aussage kann später vervollständigt oder auch von einer_m anderen Mitarbeiter_in der Polizei durchgeführt werden. Auf Wunsch kann die Vernehmungsperson generell gewechselt werden.

Am Ende wird es ein Vernehmungsprotokoll geben, das du unterschreiben musst. Unterschreibe es nur, wenn du allen Aussagen komplett zustimmen kannst. Ist das nicht der Fall, kannst du das Protokoll vor dem Unterschreiben noch ändern lassen.

Du hast ein Recht auf eine_n Dolmetscher_in, wenn dir das zum sprachlichen Verständnis weiterhilft. Auch das Protokoll muss dann vor deiner Unterschrift in die jeweilige Sprache übersetzt werden.

Bei enger Verwandtschaft mit dem späteren Angeklagten (bis zum 2. Verwandtschaftsgrad ) hast du ein Aussageverweigerungsrecht.

Würdest du durch die wahre Beantwortung einer Frage Zeug_innen oder Angehörige strafrechtlich belasten, kannst du auf das Auskunftsverweigerungsrecht zurückgreifen. Darauf musst du dich allerdings ausdrücklich berufen.

Wenn du nicht willst, dass der Angeklagte deine Kontaktdaten aus der Akte entnehmen kann, kannst du diese von der Polizei oder der Staatsanwaltschaft auf Grund von Bedrohungen gesondert aufbewahren lassen. Dazu solltest du direkt einen Antrag stellen.

Lass dich durch mögliche Schuldzuweisungen durch die vernehmende Person nicht verunsichern.

 

Zeitverschobene Anzeige

Zeitverschoben bedeutet in diesem Fall, eine Anzeige nach ein bis zwei Wochen aufzugeben. Eine Anzeige wegen Vergewaltigung kann nicht zurückgenommen werden, da es sich hierbei um ein Offizialdelikt handelt (d.h. sobald die Strafverfolgungsbehörde von einer Straftat gegen die sexuelle Selbstbestimmung erfährt, muss sie dagegen ermitteln).

Gut, zu beachten:

Lass dir nach der Anzeige eine Bestätigung bzw. das Protokoll zur Anzeige aushändigen. Wichtig ist dabei vor allem, dass du dadurch das Aktenzeichen kennst. Rechtsbeistand ist in einer solchen Situation sehr sinnvoll. Du kannst dich juristisch beraten lassen oder eine_n Anwält_in aufsuchen. Ist eine Selbstfinanzierung der Rechtskosten nicht möglich, kannst du dir finanzielle Unterstützung suchen. Dazu beantragst du einen Beratungshilfeschein beim zuständigen Amtsgericht. Bei Bewilligung ist ein kostenfreier selbstgewählter Rechtsbeistand möglich. Es fällt lediglich eine einmalige Gebühr von 10€ an.
Für das Land Hessen ist dieses Dokument schriftlich oder in den jeweiligen Öffnungszeiten des Amtsgerichtes einzureichen.

Lass dir nach der Anzeige eine Bestätigung bzw. das Protokoll zur Anzeige aushändigen. Wichtig ist dabei vor allem, dass du dadurch das Aktenzeichen kennst. Es kann sich als hilfreich erweisen, ein detailliertes Gedächtnisprotokoll über den Tathergang zu erstellen. Es kann dir zu späteren Zeitpunkten der Vernehmung als Erinnerungshilfe dienen. Für ein solches Protokoll kannst du dir ausreichend Zeit (auch z.B. mehrere Tage) nehmen und Pausen nach Bedarf einlegen.        

In Bezug auf das Ermittlungsverfahren selbst kann später wichtig sein: Auch wenn K.O.-Tropfen im Körper nicht mehr nachgewiesen werden konnten (weil zwischen Verabreichung und Untersuchung bereits 6 bis 12 Stunden vergangen waren), sind die Substanzen häufig an den Verabreichungsorten auffindbar. Die Polizei darauf hinzuweisen, in Wohnungen oder Clubs nachzuschauen, kann dabei sehr wichtig sein.

Direktes Kontaktieren der Polizei kann entweder durch einen Anruf der 110 geschehen oder indem du zur nächsten Polizeistation gehst. Ansonsten ist es möglich, die Kriminalpolizei Marburg unter 06421 / 406 – 0 anzurufen (Adresse: Raiffeisenstraße 1, 35043 Marburg, Stadtteil Cappel). Leider ist diese Nummer nur Montag bis Freitag von 07.30 – 16.00 Uhr besetzt. Rund um die Uhr kannst du jedoch den Kriminaldauerdienst unter 06421 / 406 – 342 erreichen. Sexualdelikte fallen unter das Kommissariat 10. Es kann hilfreich sein, dies bei deinem Anruf dazuzusagen, damit du direkt an die richtige Stelle weitergeleitet wirst. Es kann auch schriftlich direkt bei der Staatsanwaltschaft oder der Polizei oder über eine Anwältin oder einen Anwalt Anzeige erstattet werden.

Weitere Hinweise zu deinen Rechten:

Die Vernehmung muss nicht direkt nach Anzeige erfolgen.

Eine Person deines Vertrauens oder eine Anwältin/ein Anwalt darf bei der Vernehmung mit dabei sein.

Du kannst den Wunsch äußern, lieber von einer Frau vernommen zu werden. Die Polizei muss versuchen, das umzusetzen

Die Vernehmung kann immer unterbrochen oder abgebrochen werden, wenn sie z.B. zu unangenehm wird. Deine Aussage kann später vervollständigt oder auch von einer_m anderen Mitarbeiter_in der Polizei durchgeführt werden. Auf Wunsch kann die Vernehmungsperson generell gewechselt werden.

Am Ende wird es ein Vernehmungsprotokoll geben, das du unterschreiben musst. Unterschreibe es nur, wenn du allen Aussagen komplett zustimmen kannst. Ist das nicht der Fall, kannst du das Protokoll vor dem Unterschreiben noch ändern lassen.

Du hast ein Recht auf eine_n Dolmetscher_in/eine_n Übersetzer_in, wenn dir das zum sprachlichen Verständnis weiterhilft. Auch das Protokoll muss dann vor deiner Unterschrift auf die jeweilige Sprache übersetzt werden.

Bei enger Verwandtschaft mit dem Angeklagten (bis zum 2. Verwandtschaftsgrad) hast du ein Aussageverweigerungsrecht.

Würdest du durch die wahre Beantwortung einer Frage Zeug_innen oder Angehörige strafrechtlich belasten, kannst du auf das Auskunftsverweigerungsrecht zurückgreifen. Darauf musst du dich allerdings ausdrücklich berufen.

Wenn du nicht willst, dass der Angeklagte deine Kontaktdaten aus der Akte entnehmen kann, kannst du diese von der Polizei oder der Staatsanwaltschaft auf Grund von Bedrohungen gesondert aufbewahren lassen. Dazu solltest du direkt einen Antrag stellen.

Lass dich durch mögliche Schuldzuweisungen durch die vernehmende Person nicht verunsichern.