Frauennnotruf Marburg

Frauennotruf
Marburg
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35039 Marburg
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Aktuelle Seite: Start Was tun bei sexualisierter Gewalt unter K.O.-Tropfen? Medizinische Versorgung

Medizinische Versorgung

Tipps für den Umgang mit Notärzt_innen bei einer medizinischen Versorgung

Notaufnahme

Warst du bewusstlos oder hast Verletzungen, dann solltest du schnellstmöglich den Notarzt/Rettungsdienst rufen oder in die Notaufnahme gehen. Den Rettungsdienst erreichst du unter der Nummer 112. Die Nummer kann sowohl ohne Netzempfang als auch ohne Guthaben angerufen werden.

Unter den folgenden Adressen sind unterschiedliche Notaufnahmen der Stadt Marburg und des Landkreises Marburg-Biedenkopf aufzufinden:                                       
Universitätsklinikum Gießen Marburg (UMKG) auf den Lahnbergen in Marburg         
Baldingerstraße
35043 Marburg                                                                                                                     
Weitere Infos

Diakonie-Krankenhaus Wehrda                                                                                             
Hebronberg 5                                                                                                                         
35041 Marburg-Wehrda                                                                                                          
Weitere Infos

DRK-Krankenhaus Biedenkopf                                                                                       
Hainstraße 77                                                                                                                        
35216 Biedenkopf                                                                                                                
Weitere Infos

Die Ärzt_innen der Notaufnahme unterliegen der Schweigepflicht. Du kannst darum bitten, von einer Frau untersucht zu werden. Hast du den Verdacht, unter K.O.-Tropfen vergewaltigt oder belästigt worden zu sein, dann teile ihnen das mit. Vertraue dabei auf dein Gefühl. Auch nur der geringste Verdacht ist es wert, geteilt zu werden. Hast du selbst Vermutungen zu möglicherweise verabreichten Subtanzen, kannst du sie gerne äußern (wenn du z.B. in den Räumlichkeiten des Geschehens bestimmte Stoffe gesehen hast oder es häufiger vorkommt, dass Freund_innen bestimmte Substanzen konsumieren).                        

Es gibt einige Dinge, auf die du selbst ein Auge haben solltest bzw. auf die du achten könntest. Bitte die_den jeweils behandelnde Ärzt_in darum, Verletzungen sichtbar, ausführlich und umfassend zu dokumentieren. Außerdem sollen Abstriche genommen und die Sicherung möglicher DNA-Spuren durchgeführt werden.

Sinnvoll ist ebenfalls, Blut- und Urinproben abzugeben, um sie auf entsprechende Substanzen untersuchen zu lassen. Diese Proben zu entnehmen ist jedoch keine Pflichtleistung der Ärzt_in und liegt in ihrem Ermessen. Dazu kommt, dass nicht alle Labore K.O.-Tropfen nachweisen können. In dem Fall sollte das zuständige Institut für Rechtsmedizin verständigt werden – für Marburg und Marburg-Biedenkopf ist das die Rechtsmedizin der Universitätskliniken Gießen und Marburg. Solltest du Urin- und Blutproben abgeben, achte darauf oder frage nach, dass bei der Urinprobe 100 ml entnommen werden und die Blutprobe mindestens 2 ml (besser sind 10 ml) und keinen Citratzusatz enthält.          

Wichtig bei einer ärztlichen Untersuchung und der Beweissicherung ist es, sich vorher nicht zu waschen oder zu duschen, damit keine Beweise vernichtet werden. Lass dich aber ruhig untersuchen, auch wenn du schon geduscht hast oder du denkst, es könnte zu viel Zeit vergangen sein.

Hier findest du eine ausführliche Untersuchungsanleitung und hier weiterführende Informationen zu Untersuchungen mit oder ohne Anzeige.

Untersuchung ohne Notaufnahme

Wenn du dich dagegen entscheiden solltest, in die Notaufnahme zu gehen, und dir unsicher bist, ob du bei der Polizei eine Anzeige erstatten möchtest, ist es dennoch empfehlenswert, sich innerhalb von 24 Stunden von einer Gynäkologin untersuchen zu lassen. Dort können deine Verletzungen versorgt werden und du kannst dich auf Geschlechtskrankheiten untersuchen lassen.

Zusätzlich kannst du dich über HIV-Test-Möglichkeiten und den möglichen Bedarf einer „Pille danach“ informieren. Die „Pille danach“ ist für Frauen über 20 Jahre rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Frauen unter 20 Jahre müssen sie sich weiterhin ärztlich verschreiben lassen. 18- und 19-Jährige müssen dabei die Rezeptkosten übernehmen.

Du hast außerdem die Möglichkeit, Spuren- und Untersuchungsergebnisse dokumentieren zu lassen, falls du dich zu einem späteren Zeitpunkt doch dazu entschließt, zur Polizei zu gehen.