Medizinische Soforthilfe nach Vergewaltigung

Wenn Sie eine Vergewaltigung erlebt haben, dann lassen Sie sich am besten schnellstmöglich medizinisch versorgen! Auch wenn Verletzungen äußerlich nicht sichtbar sind, ist eine Vergewaltigung ein medizinischer Notfall. Es besteht in jedem Fall auch die Möglichkeit einer medizinischen Versorgung, ohne dass die Polizei kontaktiert wird. Für Ärzt_innen gilt die ärztliche Schweigepflicht.

Wenn Sie bereits entschieden sind eine Anzeige zu erstatten, dann kontaktieren Sie die Kriminalpolizei. Diese fährt dann zusammen mit Ihnen ins Klinikum, um eine Versorgung und Spurensicherung zur Dokumentation der Verletzungen durchführen zu lassen.

! HINWEIS: Eine Vergewaltigung ist ein Offizialdelikt. Das heißt, dass die Polizei verpflichtet ist zu ermitteln, sobald sie von dieser Straftat Kenntnis hat. Sie können die Anzeige also nicht mehr zurückziehen!

Wenn Sie kürzlich vergewaltigt wurden, wenden Sie sich momentan an das Universitätsklinikum Gießen Marburg (UKGM).

Das Projekt "Medizinische Soforthilfe nach Vergewaltigung" konnte im Landkreis-Marburg Biedenkopf am 01.April 2017 starten. Momentan werden die Wege in die Kliniken geebnet, um eine standardisierte Akutversorgungsstruktur in der Region Marburg-Biedenkopf weiter auszubauen.

Die Möglichkeit der medizinischen Versorgung ohne vorangegangene Anzeige wird zukünftig im UKGM auf den Marburger Lahnbergen und im Diakonie Krankenhaus in Wehrda bestehen.

Ziel des Projekts ist es, dass Betroffene nach einer Vergewaltigung kostenlos und unkompliziert Zugang zur medizinischen Hilfe erhalten. Darüber hinaus soll das Angebot einer vertraulichen Spurensicherung verankert werden – auch ohne sofortige Anzeige. Betroffene erhalten dadurch die Möglichkeit selbst zu entscheiden, ob und wann sie juristische Schritte gegen den Täter einleiten möchten. In einem solchen Entscheidungsprozess kann es Sinn machen, sich unterstützen zu lassen und zu informieren. In der Beratungsstelle des Frauennotrufs Marburg e.V. besteht die Möglichkeit sich hierzu telefonisch, per E-Mail oder in einem persönlichen Gespräch beraten zu lassen.

 

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